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< Sammelthreads° ~ Universelles Leben-WATCH (Sammelthread) |
| RiffRaff |
Posted: 2008-07-23 11:13 |
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Joined: 29 Apr 2008
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Schon eine schillernde Person der Zeitgeschichte, dieser Herr Nolde: Erst Obernazi in Berlin-Köpenick, dann TierRECHTler, dann UL-Propagandist.
Fragt sich, in welcher Funktion er sich zukünftig der staunenden Menschheit noch präsentieren wird:
UFO-Forscher?
Schöpfer der Ganz, Ganz Neuen Gemanischen Medizin?
Channelingexperte?
Geistheiler?
Prophet einer ursozialistischen Gesellschaft?
Nachfolger von Gabriele Wittek?
Mobilfunkkritiker?
Für Unterhaltung ist auch weiterhin gesorgt.  |
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| Akka v. Kebnekajse |
Posted: 2008-08-24 06:50 |
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Joined: 11 Aug 2007
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Quote: Trassenbegehung Magistrale Moskau-Lissabon
mikrofon 18.08.2008 17:38 Themen: Ökologie
Icon Trassenbegehung Auftakt (2.7M)
Icon Trassenbegehung Stop 1 (789K)
Icon Trassenbegehung Stop 2 (2.5M)
Icon Trassenbegehung Stop 3 (1.4M)
Icon Trassenbegehung Stop 4 (1009K)
Icon Trassenbegehung Abschluß (9.5M)
Auf der geplanten Trasse der B26n ("Bundesstraße 26 neu") in der Gemarkung Hettstadt im unterfränkischen Hügelland fand am vergangenen Sonntag eine Ortsbegehung statt. Wo heute noch Wald und Ackerland sich zum Horizont erstreckt, und verstreute Einzelgehöfte abseits des Verkehrslärms liegen, soll der Verkehrswegeplanung aus München und Berlin zufolge demnächst ein sogenannter "Lückenschluß" für eine transeuropäische Fernstraße entstehen. Demnach ist vorgesehen, unweit der Kreuzung der Verbindungswege Amsterdam-Wien (A3) und Hamburg-Bodensee (A7) eine weitere Transitstrecke zu errichten, welche den südlich des Mains zwischen Würzburg und dem Spessart gelegenen Waldsassengau vollends zu zerschneiden droht.
Mittels der sogenannten "Westumgehung Würzburg" soll den Plänen zufolge die Möglichkeit geschaffen werden, die Region neben den West-Ost- und Nord-Süd-Richtungen zukünftig auch diagonal in Nordost-Südwest-Richtung zu durchqueren. Obwohl im Verkehrswegeplan als Bundesstraße deklariert, ist die "B26n" bereits jetzt mit vier Fahrbahnen und beidseitigem Standstreifen geplant und wäre von einer "echten" Autobahn augenscheinlich kaum zu unterscheiden. Anwohner befürchten daher Gesundheitsschäden, erhebliche Umwege zu den Nachbargemeinden sowie den Verlust von Erholungsräumen. Zudem, so die Bürgerinitative gegen den Autobahnbau, machten "neue Entwicklungen, wie abnehmende Kraftstoffvorräte, intelligente Logistikkonzepte und absehbare automobile Verhaltensänderungen [...] die B26n überflüssig." Bereits heute könne nicht mehr ausgeschlossen werden, dass offizielle Erwartungen an das zukünftige Verkehrsaufkommen noch vor der geplanten Fertigstellung nach unten korrigiert werden müssten.
Quote:
Der Spaziergang führte die rund 50 Teilnehmer mit vier Zwischenstopps (deren genaue Standortdaten im einzelnen über den Link abrufbar sind) von der heutigen Bundesstraße 8 nach Hettstadt. Den Baumaßnahmen, für die derzeit 380 Millionen Euro veranschlagt werden, zum Opfer fallen würden neben verschiedenen Wald- und Ackerflächen sowie dem von der bundesweit tätigen Psychosekte "Universelles Leben" zu internen Zwecken genutztem "Gut Terra Nova" und einigen weiteren Gehöften auch die letzte auf der Gemarkung Hettstadt befindliche naturbelassene Wasserquelle. Diese würde demzufolge genau unter der zwecks Umgehung des neu zu errichtenden Autobahnkreuzes um einige Kilometer nach Norden verlagerten Bundesstraße 8 verschwinden. Veranstaltet wurde die Begehung vom CSU-Ortsverband Hettstadt. Auf Landkreisebene wird das Projekt von allen Parteien zurückgewiesen. Im Rahmen des Wahlkampfs für die Wahlen zum 16. bayerischen Landtag am 28.9.2008 trat auf der Abschlußveranstaltung der Kandidat Manfred Ländner auf.
http://nachtschattenreich.gmxhome.de/
http://de.indymedia.org/2008/08/224805.shtml/ |
_________________ "The animals of the world exist
for their own reasons. They were
not made for humans any more
than black people were made for
whites or women for men."
- Alice Walker
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| primat |
Posted: 2008-09-07 09:41 |
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Joined: 07 Jul 2006
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Quote: Im Friedensreich der Öko-Sekte
von Constantin Magnis
Die Sekte "Universelles Leben" hat sich in Unterfranken ausgebreitet. Ihre Anhänger verdienen viel Geld mit Biokost und Naturheilkunde. Manchen Menschen allerdings macht das System hinter der grün-frommen Kulisse Angst. Ein Besuch in Michelrieth.
Thomas Müller schaut noch einmal auf die Straße. Nur um sicherzugehen. "Nein, niemand", sagt er beruhigt. "Die wissen noch nicht, dass Sie hier sind." Der 50-Jährige winkt uns an sein Auto. Besser, wir nehmen seines. Besser, die notieren sich gar nicht erst das fremde Kennzeichen, wer weiß, murmelt er. Vorsichtig kurvt er durch seinen Heimatort, Michelrieth in Unterfranken, bis zum Neubaugebiet am Waldrand. Müller wird stiller und macht sich klein hinterm Steuer. "Ab jetzt sind wir in deren Revier", sagt er.
Weiße Engelsstatuen blicken unverwandt aus Büschen vor verschachtelten Häusern mit runden Fenstern, Menschen in wallenden Gewändern beäugen alarmiert Müllers Auto. "Die kennen mich schon", sagt er. Als einer der wenigen im Ort traut Müller sich noch, öffentlich die Gruppierung zu kritisieren, gegen deren Ausbreitung sich hier früher noch eine ganze Bürgerbewegung mobilisieren ließ: die pseudo-christliche Öko-Sekte "Universelles Leben" (UL), der schon vorgeworfen wurde, sie beute ihre Mitglieder wirtschaftlich aus, setze sie unter Psychodruck und versuche Kritiker mundtot zu machen.
An der Spitze der umstrittenen Sekte und ihren geschätzten 10000 Anhängern steht die bald 75-jährige Gabriele Wittek, die von sich behauptet, eine Prophetin, "die Göttliche Weisheit auf dem Thron Christi" zu sein. Regelmäßig beglückt sie ihre Jünger mit scheinbar himmlischen Offenbarungen. Eine davon war die weniger erfreuliche Mitteilung, die Welt gehe bald unter. Allerdings - das war die gute Nachricht - wolle Gott Witteks Jüngerschaft, die sogenannten Urchristen auf einer "Scholle für das Friedensreich" vor dem drohenden Ungemach bewahren: der Umgebung Würzburgs, die aus dem Erdreich herausbrechen und mit der Sintflut bis Jerusalem gespült werden sollte. Wohl um die Reise gut zu überstehen, sind bis heute einige der Sektendächer mit Stahlseilen an die Hauswände gespannt.
Also zogen die "Urchristen" von überall ins Friedensreich. Der Großteil besiedelte Michelrieth. Knappe 600 Einwohner hat der Ort heute, etwa die Hälfte davon gehört zum UL. "Mischen tut sich das fast nie", erzählt eine ältere Frau im Dorf. Ab und zu, sagt sie, stoße man auf den Sicherheitsdienst des UL, die "Gewappneten", die manchmal im Sektengebiet patrouillieren, auch mit Autos oder Schäferhunden. Schon morgens um halb sechs fange es an, sich in den UL-Häusern zu regen, berichtet sie. Genug zu tun haben die meisten "Urchristen" allemal: Gott hatte durch Wittek ausrichten lassen, er wünsche die Gründung von Betrieben, um den Bestand der Menschen in der Endzeit zu sichern. Unzählige Unternehmen gründeten die UL-Anhänger daraufhin in der Region. Eine Naturheilklinik zum Beispiel, diverse landwirtschaftliche Betriebe, Kindergärten, ein Gewerbezentrum, Seniorenheime, einen Radiosender, Arztpraxen, einen Verlag und sogar mehrere Satelliten-TV-Kanäle .
Ebenfalls ein Teil des urchristlichen Business-Konglomerats ist das "Einkaufsland" in Altfeld: ein futuristisch anmutender Kuppelbau mit vegetarischem Restaurant, Öko-Supermarkt, Bio-Bäckerei, Mode- und Möbelshops. Esoterische Klänge dudeln durch die blitzblank polierten Gänge, schwerer Parfumgeruch liegt in der Luft. Im Supermarkt eine Auslage mit den Offenbarungen der Prophetin und Kinderbüchern. Eines davon über das Sterben der zehn kleinen Negerlein, in dem "ein Negerlein" nach dem anderen "erntet, was es gesät hat" - ein Crash-Kurs in der ungnädigen Karma-Philosophie der Prophetin. Befragt man dazu die junge Kassiererin, eilt sehr schnell eine Dame in Weiß herbei und guckt streng. Die Kassiererin senkt den Blick und wirkt auf einmal mundfaul. Auch der aalglatte Geschäftsführer möchte kein Interview geben, zumindest nicht unvorbereitet. Wenig später steht ein stämmiger Mann mit einem struppigen Schäferhund im Eingang. Er lässt die Reporter nicht aus den zusammengekniffenen Augen, bis sie das Gebäude verlassen haben. Von da ab übernehmen die Kameras auf dem Vorhof.
Michael Fragner runzelt die Stirn und nickt. "Hoffentlich geht die Geschichte gut, und Sie wissen, mit wem Sie sich da einlassen", sagt er. Seit zehn Jahren befasst sich der 43-jährige Pfarrer mit dem UL und berät Aussteiger. Wer der Sekte in die Quere kommt, warnt er, für den kann es unbequem werden: "Angefangen mit Belästigungen und Verleumdungen bis hin zu juristischen Verfahren, mit denen sie überschüttet werden, was bei Privatpersonen so ins Geld gehen kann, dass sie schnell klein beigeben. Das alles ist für mich der Versuch des Psychoterrors, der typisch für das UL ist und den Zweck hat, Kritiker einzuschüchtern - selbst mit Mitteln, die sich nach meiner Auffassung außerhalb der Legalität befinden." Auch das grüne Gesicht der Sekte sieht er skeptisch. Mit Firmen wie "Gut zum Leben" kontrollieren die "Urchristen" ein beachtliches Marktsegment für Ökoprodukte, die sie landesweit auf Biomärkten feilbieten. Die "Naturschutz- und Ökoschiene" hält er für eine Trittbrettfahrt, die der Gruppierung eine attraktive Fassade verpasst: "Gerade deshalb sollte man hinter die Kulissen blicken, wo es meines Erachtens vor allem um Macht und sehr viel Geld geht. Man kann das UL als totalitäre Organisation bezeichnen, in deren Lehre ich auch antisemitische und verfassungswidrige Züge sehe."
So heißt es beispielsweise in der programmatischen Schrift "Das ist mein Wort" von UL-Gründerin Gabriele Wittek: "Seit nahezu 2000 Jahren ernten die Juden von einer Fleischwerdung zur anderen, was sie damals und auch in ihren weiteren Einverleibungen gesät haben - bis sie ihren Erlöser an- und aufnehmen und das bereuen, was sie verursacht haben." Der Bayerischen Verwaltungsgerichtshof führte über die UL aus: "Die Ausgestaltung des Gemeindelebens, wie sie aus der ,Gemeindeordnung' des ,Universellen Lebens' hervorgeht, darf in scharfer und überspitzter Formulierung ohne Verfassungsverstoß als totalitäre Struktur bezeichnet werden."
Umso erstaunlicher, dass die "Urchristen" in Esselbach nach einigen juristischen Manövern die staatliche Genehmigung für ihre "Christusschule" erhalten haben. Dort wird nach dem Bekenntnis des UL unterrichtet, das laut Befund des bayerischen Verwaltungsgerichtshofes in verfassungsrechtlicher Perspektive als teilweise bedenklich anzusehen ist. Thomas Müller führt uns zum schmucken Schulgebäude. Durch die offenen Fenster ist das Klimpern eines Klaviers zu hören, auf den Fotos im Aushang strahlen kerngesunde Schüler, hier stimmt alles, könnte man meinen. Nur auf der Hauptstraße vor der Schule, da stimmt was nicht. Ein blauer Ford rollt langsam an Müller vorbei. Der Fahrer starrt ihn an und spricht aufgeregt in sein Handy. Drei Minuten später fährt er wieder vorbei. Kurz darauf noch einmal. "Wir sollten gehen", knurrt Müller, als der Wagen zum vierten Mal auftaucht.
Am selben Morgen fährt eine schwere, schwarze Phaeton-Limousine übers Land nach Michelrieth. Auf dem Beifahrersitz Gabriele Wittek im hellen Kostüm, auf der Nase eine dunkle Sonnenbrille. Sie kommt aus dem etwa 20 Kilometer entfernten Gut Greußenheim, einem Anwesen, um das sie ein "kleines Reich der Liebe" errichten ließ: Gott, so hatte Wittek 1999 verkündet, habe aus Ernüchterung über die Menschen einen Bund mit den Tieren und der Natur geschlossen. Das sogenannte Neu-Bethlehem-Gebiet um das Gut ist die Konsequenz: Landbau wird dort "friedfertig" und ökologisch betrieben, Tiere werden auf satten Auen vor dem Schlachthaus bewahrt.
"Neu-Bethlehem" in der Abenddämmerung: Meterlange Rosenlawinen an den Wegen, Alleen von frisch gepflanzten Bäumen umsäumen Wiesen mit verspielten Buchsbaumhecken, flankiert von bleich beleuchteten, mannshohen Statuen. Darunter auch ein Hirte, der regungslos über seinen erstarrten Schäfchen wacht. Auf den Hügeln recken sich enorme neon-beleuchtete Kreuze in die Höhe und werfen ein gespenstisches Licht auf die Viehweiden. Aus dem Nachtschatten der lieblichen Apfelbäume blicken Kameras und Bewegungsmelder. Der Parcours endet vor den verschlossenen Pforten zur feudalen Hofanlage "Terra Nova". Plötzlich wirft eine Flutlichtanlage grelles Licht aus den Bäumen, Jeeps verfolgen uns. Wenig später rollt ein silberner Kombi heran. Ein nervös telefonierender Mann öffnet das Fenster, stellt scharfe Fragen, wird dann ganz mild: Gebrannte Kinder seien sie, die Urchristen, und hätten viel erleiden müssen, besonders durch die Presse, sagt er. "Wir sind eh' gleich weg, ich mach nur noch schnell Bilder von den Neonkreuzen", ruft der Fotograf. Der Kombi rauscht ab, und noch bevor sich der Staub gelegt hat, fahren urplötzlich alle Lichter herunter. Finsternis im Neu-Bethlehem-Gebiet. Die Kreuze sind nur noch Schatten im Mondlicht. Der Hirte steht im Dunklen. Selbst die Tiere sind still. Als würden sie mit der Prophetin und ihren Männern warten, bis die neugierigen Fremden weg sind. Und endlich wieder Frieden einkehrt, ins Reich der Liebe.
Quelle: Cicero 09/2008, http://www.cicero.de/97.php?ress_id=4&item=2850 |
_________________ If it is radical to have respect for all life,
if it is radical to try to live life without causing pain and suffering to other living beings,
if it is radical to try to live harmlessly and in peace with all creatures,
then I am, most definitely and without doubt, a "radical". |
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| primat |
Posted: 2008-11-05 22:53 |
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Joined: 07 Jul 2006
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| artikel über UL aus der basler-zeitung: http://www.moupp.in/show.php?id=11866 |
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| primat |
Posted: 2008-11-25 00:07 |
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Joined: 07 Jul 2006
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Quote: Quelle: Main-Post vom 24.11.08 http://www.mainpost.de/nachrichten/dasthema/index.html
HELMSTADT
"Weltuntergang bei Würzburg": UL-Aussteiger bringt Buch heraus
Michael Hitziger hat ein Buch über seine Zeit beim Universellen Leben geschrieben
Ein spannendes Buch ist das, das der frühere "Christusfreund" Michael Hitziger (65) aus Helmstadt (Lkr. Würzburg) geschrieben hat. "Weltuntergang bei Würzburg" - so der Titel - ist die Reise des Autors in seine Vergangenheit beim Universellen Leben (UL), das sich als Glaubensgemeinschaft sieht und das von Kritikern als "Sekte" bezeichnet wird. | Video
"Es hat mich aufgewühlt", antwortet Hitziger zur Frage nach der Entstehungsgeschichte. Das wird es noch all jene, die es lesen und die wie der Autor überzeugte und engagierte Anhänger von UL-Prophetin Gabriele Wittek waren. Die sich heute missbraucht fühlen wie Hitziger, der sagt: "Unsere Seelen wurden geschändet."
Spannend ist das 296 Seiten starke Sachbuch schließlich auch für Außenstehende, denn sie begreifen bei der Lektüre schnell, wie das "System UL" funktioniert: durch Entmündigung, Überwachung, Kontrolle, Säuberungen, wie der Autor mittels zahlreicher Details belegt.
Weltuntergang? Der Titel nimmt Bezug auf die düsteren Endzeit-Szenarien, mit der die UL-Prophetin Gabriele Wittek ihre Anhänger traktierte und an sich band. Im übertragenen Sinn ist der Begriff auch Anspielung auf die Welt, die in vielen der "Christusfreunde" unterging, als sie sich von "Schwester Gabriele" (Wittek) und von den andern "Geschwistern" getrennt hatten, die zuvor ihre "neue Familie" bildeten, das UL.
Für Michael Hitziger jedenfalls waren die Jahre des Schreibens ein langer Abschied von "der Sekte", der er 17 Jahre angehörte und von der er sich "nur schmerzvoll ablösen konnte", wie er zum Ende des Buches bekennt. "Es hat mich nicht nur aufgewühlt", sagt er, "es hat mich innerlich gestärkt". Die Ruhe, mit der er das sagt, unterstreicht die Aussage. Zum Willen nach Bewältigung der eigenen Vergangenheit kam der Wille, die zu warnen, die für schöne Worte empfänglich sind wie er 1984, als er zur "urchristlichen" Gemeinschaft stieß.
2001 hatte Hitziger das UL verlassen, 2002 als erster UL-Aussteiger den Mut gehabt, unter seinem Namen und mit seinem Foto den Lesern dieser Zeitung zu berichten, wie "das System UL" funktioniert: als System der (Selbst-)Ausbeutung und Entmündigung.
Auf den fast 300 Seiten seines Buchs kann Hitziger weit mehr Hintergründe ausbreiten als auf einer Zeitungsseite. Stellvertretend für viele Aussteiger schildert er seinen Weg in die Gemeinschaft, seine anfängliche "himmlische" Glückseligkeit und sein späteres Leiden im "Friedensreich" der "Prophetin". Besonders spannend sind die Passagen über die Zusammenkünfte des Führungsgremiums "Bundgemeinde Neues Jerusalem" und die Arbeit im "Christusbetrieb".
Eine Stärke des Buches liegt in der Akribie des Autors, seine Darstellungen mit Quellenangaben zu belegen. Das geschah nicht ohne Grund: 2003 und 2004 unternahmen "Christus-freunde" mehrere Versuche, ihm mit Hilfe Justitias einen Maulkorb umzuhängen. Hitziger sollte jede Berichterstattung über Vorgänge bei der "Bundgemeinde" verboten werden, doch die Gerichte hielten die Meinungs- und Autorenfreiheit hoch. Ferner sahen sie keine Gefährdung von Rechten der "Christusfreunde".
Daraufhin bot das UL Hitziger 150 000 Euro an, der spricht von Schweigegeld, UL-Anwalt Christian Sailer verwahrt sich. "Eine Unverschämtheit. Wir haben ihm ein großzügiges Angebot gemacht, um die öffentlichen Auseinandersetzungen zu beenden." Die Vereinbarung, die jedenfalls Hitzigers Stillschweigen vorsah, kam nicht zustande. Hitziger begann zu schreiben.
Gescheitert wäre er dennoch beinahe - an der Fülle der Fakten, die er zusammentrug. Das Ur-Manuskript hatte 1000 Seiten, lesbar war es nur für den absoluten Insider. Der Autor beherzigte Ratschläge und kürzte ein ums andere Mal. Zu guter Letzt fand sich im Schiler-Verlag (Berlin) eine engagierte und geduldige Lektorin, die "so etwas wie ein Wunder vollbrachte", wie Hitziger lobt, indem sie das Buch klar strukturierte.
An ein Wunder grenzt auch, dass es bis vor wenigen Tagen kein Buch eines Aussteigers über das Universelle Leben gab. Immerhin existiert das UL, früher "Heimholungswerk Jesu Christi" genannt, seit mehr als 30 Jahren. "Andere nahmen die angebotene Entschädigung an", weiß Hitziger, "mit der ja immer auch ein Maulkorb-Vertrag verbunden war". Wieder andere fürchteten das Prozessrisiko. "Dem UL ist es nicht gelungen, die Herzen der Menschen zu erobern", sagt Hitziger, "aber es ist ihm gelungen, anderen Furcht einzuflößen".
Bei Hitziger wirkten weder Geld noch Drohkulisse. Wollte er unbedingt mit dem UL-Führungspersonal abrechnen? "Mein Buch ist in erster Linie mal ein Aufklärungsbuch", entgegnet er. Hitziger räumt aber ein: "Das Buch bringt mir auch Genugtuung."
Beide Triebfedern befähigen nicht in jedem Fall, eine solchermaßen komplexe Materie aufzuarbeiten. Hitziger verfügt auch über Disziplin und Ausdauer. In seinem Leben vor dem UL war er Bundesbankamtmann bei einer Landeszentralbank. Da lernt man offensichtlich die Liebe zum Detail, zum Arbeiten mit Akribie? Hitziger versteht den Hintergrund der Frage und lacht: "Ich habe einige meiner Beamtenfähigkeiten wiederentdeckt."
Ist "Weltuntergang bei Würzburg" das erste und letzte Buch aus seiner Feder zum Thema? Der Autor wiegt sein Haupt. Gerade in jüngster Zeit habe er "waschkörbeweise" neue Unterlagen bekommen, sagt er und lächelt. "Wenn man mich zwingt . . ."
UL-Anwalt Dr. Christian Sailer, will das Buch "nur durchgeblättert" haben. Zum Inhalt äußert er sich nicht.
Michael Hitziger: "Weltuntergang bei Würzburg", Verlag Hans Schiler (Berlin), 1. Auflage 2008, ISBN 978-3-89930-227-1, 296 Seiten, 24,90 Euro.
Von unserem Redaktionsmitglied Tilman Toepfer
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Passagen aus dem Buch
Aus Kapitel 1: Wir Geschwister hatten uns mit so viel Begeisterung und Inbrunst auf den "Inneren Weg" begeben. Und doch gab es niemals eine Kunde davon, dass Teilnehmer auf dem "Inneren Weg" eine der höheren Stufen bleibend erreicht hätten. Dazu eine kritische Meinung abzugeben, wäre mir gar nicht eingefallen, denn direkte oder auch nur indirekte Kritik an der "Prophetin Gottes" . . . hätte doch bedeutet, Gott zu kritisieren.
Aus Kapitel 2: Im Laufe der zweiten Hälfte der 1980er Jahre breitete sich die Weltuntergangsstimmung . . . immer mehr aus. Die ständig wiederkehrenden Prophezeiungen mit all ihrem Grauen und ihren Todesszenarien waren . . . der zeitgleichen Werbung für die Übersiedlung auf das entstehende "Friedensreich" sicherlich sehr nützlich.
Aus Kapitel 3: Den Bund mit Gott zu brechen, war ziemlich einfach. Es konnte dabei darum gehen, dass jemand seine "menschlichen Wünsche, Meinungen, Vorstellungen vor Gott stellt".
Vielleicht war das Bedrückendste für viele, dass wir meistens keine wirklich schwerwiegenden Gründe erkennen konnten, warum oft so wertvolle, feine Menschen in die Mangel genommen wurden.
Aus Kapitel 4: Die Kehrseite der Geringschätzung der alltäglichen Arbeit der "Geschwister" ist die umfassende Würdigung und Lobpreisung der Prophetin.
Tatsächlich ist mir auch nicht bekannt, dass innerhalb des Universellen Lebens eine Tat oder eine Äußerung von Gabriele Wittek auch nur in Frage gestellt, geschweige denn bemängelt worden wäre. "Wir haben unsere Schwester falsch verstanden", hieß es gelegentlich unter uns "Geschwistern".
Aus Kapitel 5: Mich treibt . . . nicht so sehr um, wie Gabriele Wittek lebt und in welchen Autos sie sich fahren lässt, sondern vielmehr, ob sich diesen Lebensstil auch "Geschwister" an der Basis leisten könnten, wenn sie wollten. Denn immerhin plädiert die "Prophetin" bis in die jüngste Vergangenheit für Gleichheit.
Aus Kapitel 6: Im Dezember 2000 verkündete Gabriele Wittek, dass "bei so manchem der Gemeindeglieder" Trägheit eingezogen sei und dass sich die meisten Menschen in der "Bundgemeinde" nicht voll für das "Friedensreich" einsetzten. Als ich diese Verkündigung . . . las, fühlte ich mich und meine damaligen "Geschwister" zutiefst entehrt und betrogen.
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Thema intern: Tiefe Einblicke
Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. (. . .) Darum sollt ihr sie an ihren Früchten erkennen.
So steht es bei Matthäus, so hat es Gabriele Wittek immer wieder gepredigt, nach dem Verständnis ihrer Anhänger die größte Prophetin aller Zeiten. In "Weltuntergang bei Würzburg" nimmt Michael Hitziger Worte und Taten der Prophetin des Universellen Lebens (UL) und ihrer Führungsmannschaft unter die Lupe. Sein Buch verschafft tiefe Einblicke in den "Christusstaat", die Arbeit in den "Christusbetrieben" und in das "Friedensreich" einer Gemeinschaft, von der sich so viele engagierte Menschen erst angezogen und später abgestoßen fühlten.
Nach der Lektüre fällt die Antwort auf die Frage leicht, ob die Früchte schlecht sind oder aber der Baum faul ist.
Von tilman toepfer tilman.toepfer@mainpost.de
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_________________ If it is radical to have respect for all life,
if it is radical to try to live life without causing pain and suffering to other living beings,
if it is radical to try to live harmlessly and in peace with all creatures,
then I am, most definitely and without doubt, a "radical". |
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| primat |
Posted: 2009-03-10 10:40 |
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Joined: 07 Jul 2006
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| ein artikel aus dem "main echo" zum aussteigerbuch: http://www.sendspace.com/file/cb9dic |
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| primat |
Posted: 2009-05-09 21:17 |
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Joined: 07 Jul 2006
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Quote: Quelle: Main-Post vom 08.05.09
GREUSSENHEIM
Nach 30 Jahren wollen UL-Anhänger eine Statue - Kenner überrascht
Christusfreunde im Wandel
Es gibt immer wieder Veränderungen bei der Gemeinschaft der Christusfreunde vom Universellen Leben (UL). In der Führungsetage herrscht reges Kommen und Gehen, auch bei Grundsätzlichem ist der Wandel eine Konstante. Das zeigt sich angesichts der Diskussion um eine Christus-Statue.
Die "Christusfreunde" vom UL, die auf Gut Greußenheim leben, wollen in der Nähe des Dorfes Greußenheim einen 25 Meter hohen Christus in die Landschaft stellen.
Das überrascht Kenner des UL, denn mehr als 30 Jahre schien die Gemeinschaft um die 75-jährige "Prophetin" Gabriele Wittek an derlei Symbolik nicht interessiert.
Schon in der Vergangenheit hatten die "Christusfreunde" jedoch eine gewisse Sprunghaftigkeit an den Tag gelegt.
Erst propagierten sie den Bund Gottes mit den Menschen, dann den mit den Tieren. Erst mussten Häuser "harmonisch" abgerundet sein, zuletzt galt das nicht mehr.
Die geplante, vom Greußenheimer Gemeinderat abgelehnte Jesus-Statue verstehen die Gefolgsleute der "Prophetin" als Symbol, heißt es in einem Offenen Brief.
"Weil Er (Jesus) seit über 30 Jahren weltweit durch Prophetenmund zu Millionen und Abermillionen Menschen spricht."
Das Buch "Das ist Mein Wort. Alpha und Omega" enthält nach Meinung von UL-Anhängern das Evangelium Jesu. 1991 erschien es, auf Seite 243 heißt es über Statuen, Synagogen und Kirchen:
Diese "äußeren Bilder" und "Zeichen zur Anbetung" schaffe sich der Mensch (nur) so lange, bis er Gott in sich erkenne. Hätten Menschen den Bund mit Gott geschlossen, beteten sie ihn nicht mehr vor Denkmälern und Statuen an, sondern in ihrem Inneren.
Ein Widerspruch? Der langjährige UL-Sprecher Christian Sailer ist abwesend, heißt es aus seiner Kanzlei. Der scharfsinnige Anwalt sei bei seiner "Prophetin" in Ungnade gefallen, wollen UL-Aussteiger gehört haben.
Statt seiner übermittelt Anwalt Gert-Joachim Hetzel die Antwort von "Gut Terra Nova", wie UL-Anhanger des Hofgut Greußenheim nennen.
"Wir wollen keine Statue, um Jesus, den Christus, anzubeten, sondern in den Menschen die Erinnerung wecken: Jesus, der Christus, ist unser Erlöser, und sein Erscheinen im Geiste ist nah."
In dem oben zitieren Buch aus dem Jahre 1991 klang das noch so: "Weil ihnen der wahre, allmächtige Gott, der Gott des Inneren, fremd ist, bedürfen sie eines äußeren Gottes. Dieser ist jedoch niemals der Gott der Wahrheit, sondern ein Götze."
Von unserem Redaktionsmitglied
Tilman Toepfer |
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